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Wie viel Trinkgeld ist richtig? Zwischen Wasserrechnung und Friseurbesuch

Aktualisiert: 30. Sept. 2025




Neulich beim Betriebsausflug…

Neulich war ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen beim Betriebsausflug. Schönes Restaurant, lockere Stimmung, alle gut drauf. Und dann kam der Satz, der mich direkt wieder in eine Zwickmühle gestürzt hat:

„Die Getränke zahlt jeder selbst.“

Kein Ding, dachte ich mir. Ich musste eh früher los und hab mir nur schnell ein Wasser bestellt. Drei Euro.

Aber als die Rechnung kam, war da wieder dieses unangenehme Gefühl:

Wie viel Trinkgeld gibt man bitte bei drei Euro?!

50 Cent? Ein Euro? Auf fünf Euro aufrunden? Oder gar nichts, weil’s ja nur ein Wasser war?

Ich hab mich dann für einen Euro entschieden. Keine Ahnung, ob das richtig war. Aber zumindest hatte ich kein schlechtes Gewissen.

Solche Situationen kenne ich auch aus anderen Bereichen( zum Beispiel beim Friseur). Und da wird’s oft noch komplizierter. Denn beim Friseur geht es schnell mal um ganz andere Summen als um drei Euro Wasser.



Trinkgeld beim Friseur: Ein kleiner Dschungel

Gerade Frauen wissen: Ein Friseurbesuch kann schnell teuer werden. Farbe, Schnitt, Föhnen, da bist du locker dreistellig unterwegs.

Und auch Männer sitzen da manchmal beim Zahlen und grübeln:

„Soll ich jetzt Trinkgeld geben? Und wenn ja , dann wie viel?“

Erstmal das Wichtigste: Trinkgeld ist in Deutschland freiwillig. Es gibt kein Gesetz, das dich dazu verpflichtet, weder im Restaurant noch beim Friseur.

Trotzdem geben viele etwas – einfach, weil es eine schöne Art ist, Danke zu sagen. Und beim Friseur ganz besonders.


Warum Trinkgeld beim Friseur oft so wichtig ist

Wusstest du, dass Friseurinnen und Friseure in Deutschland im Schnitt gar nicht so viel verdienen?

Zum Beispiel liegt der Durchschnittslohn in Hessen bei rund 2.370 Euro brutto im Monat. In anderen Regionen ist es sogar weniger. Und das bei einem Beruf, der echt körperlich anstrengend ist, oft im Stehen, mit vielen Kundengesprächen.

Deshalb ist Trinkgeld für viele Friseure nicht nur eine nette Geste, sondern ein echter Zuschuss zum Einkommen.

Wie viel ist denn nun üblich?

Die goldene Regel: 5 bis 10 Prozent vom Preis.

  • Haarschnitt kostet 40 Euro → Trinkgeld ca. 2 bis 4 Euro

  • Aufwendige Coloration kostet 150 Euro → Trinkgeld ca. 7,50 bis 15 Euro

Aber hey: Wenn du es mit Prozentrechnen nicht so hast, einfach auf den nächsten Zehner aufrunden.

Also z. B. von 42 Euro auf 45 Euro. Das geht schnell, sieht nett aus und niemand muss im Kopf Mathe machen.



Und wenn ich kein Bargeld habe?

Kein Problem. In vielen Friseursalons kannst du auch beim Kartenzahlen ein Trinkgeld geben. Einfach kurz fragen.

Und wichtig: Laut Gesetz muss das Trinkgeld auch wirklich bei den Mitarbeitenden ankommen. Der Chef darf es nicht einbehalten.


Was, wenn ich knapp bei Kasse bin?

Ganz ehrlich: Trinkgeld ist freiwillig. Niemand kann dir vorwerfen, wenn du keins gibst – gerade, wenn du selbst aufs Geld achten musst.

Eine nette Geste ist auch einfach ein ehrlich gemeintes Lob. Sag deinem Friseur ruhig, dass du happy bist mit deinem neuen Look. Das bedeutet oft genauso viel wie ein paar Euro extra.




Begriffe rund ums Trinkgeld

Weil wir hier ja nicht nur plaudern, sondern auch ein bisschen Deutsch lernen, gibt’s zum Schluss noch ein kleines Sprach-Extra:

Trinkgeld

  • Bedeutung: Geld, das man freiwillig zusätzlich zahlt, um sich für eine Dienstleistung zu bedanken.

  • Etymologie: Das Wort „Trinkgeld“ kommt tatsächlich daher, dass man früher mit dem extra Geld quasi ein Getränk für den Dienstleister spendieren wollte („Hier, trink was auf mich!“).

  • Beispiel: „Ich gebe dem Friseur fünf Euro Trinkgeld, weil er meine Haare so schön geschnitten hat.“


aufrunden

  • Bedeutung: Eine Summe freiwillig nach oben anpassen, z. B. von 42 Euro auf 45 Euro.

  • Beispiel: „Ich runde die Rechnung auf 50 Euro auf.“


zuvorkommend

  • Bedeutung: höflich, aufmerksam, freundlich in der Art, wie man anderen begegnet.

  • Beispiel: „Die Friseurin war sehr zuvorkommend und hat mir sogar einen Kaffee angeboten.“


 
 
 

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